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Referate

09.10 – 10.00 Digital in die Zukunft
Medizinische Fernüberwachung in Echtzeit mit Notfallfrüherkennung und Interventionsbegleitung während der Nacht
Viele Eltern übernehmen über Jahre hinweg den Grossteil der Pflege ihres schwer erkrankten Kindes. Insbesondere die nächtliche Überwachung und der damit verbundene chronische Schlafentzug stellen eine erhebliche und anhaltende psychische Belastung dar. Um dem Zerbrechen des Familiengefüges sowie einer daraus resultierenden stationären Unterbringung des Kindes vorzubeugen, wurde die Fernüberwachung entwickelt. Während der Nacht überwacht ein medizinisches Fachteam in einer Fernüberwachungszentrale die Vitaldaten des Kindes in Echtzeit. Veränderungen des Gesundheitszustands sowie Notfallsituationen werden frühzeitig erkannt. Besteht Interventionsbedarf, werden die Eltern informiert, die notwendigen Schritte besprochen und die vormals eingeübten Notfallmassnahmen vom Fachteam begleitet und überwacht. Nach der Stabilisierung des Gesundheitszustands können sich die Eltern wieder beruhigt schlafen legen, da die Vitaldaten des Kindes weiterhin überwacht und dem zuständigen Arzt zur Verfügung gestellt werden.
Thomas Engeli, Kinderspitex Ostschweiz

 
Lernen mit KI
Details folgen

Corinne Spirig, digital health center Bülach


 

 

 
10.05 - 10.55 Psychische Gesundheit
«Swipe, Chat, Heal» – warum digitale Kompetenz in der Pädiatrie zählt
Die rasante Verbreitung von KI-basierten Technologien und Social Media prägt die Lebenswelt junger Patientinnen und Patienten tiefgreifend. Pädiatrische Fachpersonen sind gefordert, Chancen und Risiken dieser Entwicklungen zu verstehen und verantwortungsvoll im klinischen Alltag zu begleiten. Das Referat zeigt, warum digitale Kompetenz in der Pädiatrie wichtig ist, und präsentiert praxisnahe Handlungsempfehlungen, um Kinder und Jugendliche sicher, reflektiert und empathisch in der digitalen Welt zu unterstützen.
Franziska Rademacher, Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
Thomas Altenburger, Psychiatrischen Dienste Thurgau

 
11.30 – 12.20 Versorgungsmodelle in der Pädiatrie
Faisabilité d’une consultation familiale aux soins intensifs et intermédiaires de pédiatrie – Nouveau modèle de soins
L'intervention OCTO-Plus, centrée sur la famille, est faisable en soins aigus pédiatriques. Elle est bénéfique à la santé mentale et au fonctionnement familial des parents d'enfants atteints de maladies chroniques critiques. Une réduction du stress, de l'anxiété et de la dépression, ont un effet protecteur sur le stress post-traumatique au suivi.
Mark Marston, La Source, HES-SO, Lausanne & IUFRS, UNIL, Lausanne

 
Impact der Psychiatrischen Kinderspitex im Spannungsfeld der heutigen Herausforderungen
In einer Zeit, in der psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen, wie auch der gesamten Gesellschaft, zunehmen und stationäre Angebote oft an ihre Kapazitätsgrenzen stossen, rückt die psychiatrische Kinderspitex als zukunftsweisendes Versorgungsmodell in den Fokus. Der Vortrag beleuchtet die Rolle und den Impact dieses spezialisierten Angebots im Kontext aktueller gesellschaftlicher, familiärer und gesundheitlicher Herausforderungen. Anhand praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wie psychiatrische Kinderspitex nicht nur die Versorgungslücken zwischen ambulanter und stationärer Psychiatrie schliesst, sondern auch präventiv wirkt, familiäre Systeme stärkt und Klinikaufenthalte verkürzen oder sogar vermeiden kann. Zudem wird thematisiert, welchen Einfluss multiprofessionelle, mobile Betreuung im gewohnten Umfeld auf die Therapietreue und Genesung der betroffenen Kinder und Jugendlichen hat.
Anna-Barbara Schlüer, Kinderspitex Bern

 
13.30 – 14.20 Komplexität in der Pädiatrie
La détérioration clinique du patient pédiatrique aux soins intermédiaires (PedU-IMC) : de l’identification à la réponse interprofessionnelle
L'unité de soins intermédiaires pédiatriques (PedU-IMC) surveille les patients à haut risque de détérioration clinique et offre des soins spécialisés. Le Pediatric Early Warning Score (PEWS) permet une l'identification précoce des détériorations cliniques et une réponse interprofessionnelle rapide, réduisant la morbidité, la mortalité et renforçant le sentiment de sécurité des soignants. Méthode : Un design descriptive pré-post en utilisant le JBI Evidence Implementation framework a été employé. Les événements cardio-respiratoires et les transferts non planifiés en soins intensifs, ont été recueillis à partir des dossiers de soins. La collaboration interprofessionnelle a été évaluée avec le questionnaire AICTS, ainsi que la satisfaction au travail et le sentiment de sécurité. Résultats : Depuis l’implantation aucun événement cardio-respiratoire n’a eu lieu et les transferts non planifiés vers les soins intensifs ont diminué de 17 (5%) à 11 (3%). La satisfaction au travail est passée de 88% à 100%. Les soignants se sentent plus écoutés (84% à 100%) et leur sentiment de sécurité est maintenu (100%). Conclusion : Les résultats cliniques et la sécurité du personnel ont montré des améliorations. Des audits réguliers et des retours d’expérience sont essentiels pour assurer la pérennité du PEWS et adapter ses critères aux besoins évolutifs.
Céline Lomme, CHUV & IUFRS UNIL

 
Zwischen Bauchgefühl und Evidenz: Pflegebedarfe in der Pädiatrie mit DEGREE beschreiben
Die präzise Beschreibung von Pflegebedarfen ist eine zentrale Voraussetzung, um pflegerische Leistungen sichtbar zu machen, Versorgungsqualität zu sichern und personelle Ressourcen bedarfsgerecht einzusetzen. Während für spezialisierte intensivpflegerische Settings – einschließlich pädiatrischen und neonatologischen IPS zahlreiche Instrumente vorliegen, fehlt es in der allgemeinen stationären Pädiatrie weiterhin an evidenzbasierten Verfahren. Mit dem DEGREE-Instrument steht erstmals ein strukturiertes Verfahren zur Verfügung, das die pflegerischen Bedarfe der Patient:innen erfasst und beschreibt. Es ermöglicht, komplexe pflegerische Anforderungen klar zu benennen. In einer ersten Pilotierung im Schweizer pädiatrischen Setting zeigte DEGREE eine hohe Praxisrelevanz und gute Verständlichkeit.
Anna-Lena Eckhardt, Institut für Pflegewissenschaft

 

 
14.25 – 15.15 Bildung in der Pädiatrie
Interprofessionelles Ausbildungssetting im Praxisalltag
Die moderne Versorgung von kritisch kranken Kindern verlangt eine enge, koordinierte Zusammenarbeit verschiedenster Berufsgruppen. Medizin, Pflege, Physiotherapie und weitere Gesundheitsfachpersonen müssen Hand in Hand agieren, um die Versorgung auf höchstem Niveau zu gewährleisten und zu fördern. Gleichzeitig zeigt sich in der Ausbildung angehender Fachpersonen eine strukturelle Lücke: Gemeinsames Lernen im klinischen Alltag – unter realen Bedingungen – ist kaum etabliert. Hier setzt die PIA an -> Interprofessionelles Ausbildungssetting im Praxisalltag. . Ziel ist es, Studierenden und Lernenden verschiedener Gesundheitsberufe in einem realen klinischen Setting gemeinsames Lernen, Arbeiten und Handeln zu ermöglichen, immer unter Anleitung erfahrener Fachpersonen, jedoch mit eigenständiger Verantwortung.
Mascha Da Rin, Inselspital Bern
Ursula Inniger, Inselspital Bern

 

 
Pädiatrie in den Pflege-Ausbildungen: Ein Auslaufmodell?
In der aktuellen Versorgungslandschaft sind die Ansprüche, was Lehrpläne der HF-/FH-Pflege-Ausbildungsstätten angeht, sehr hoch und sehr vielschichtig. Es geht dabei nicht nur um pädagogische Konzepte, sondern ganz konkret darum, mit welche Skills Studierende künftig ausgestattet werden sollen, besonders auch in der Kinderkrankenpflege. Es scheint so zu sein, was auch ein Blick nach Deutschland bestätigt, dass sich generalistische Ausbildungen nur bedingt bewähren. In einer dreijährigen Pflegeausbildung mit drei halbjährigen Praktika ist es kaum möglich, eine umfassende Ausbildung anzubieten, die allgemeine Pflege Erwachsener, Psychiatrie, Langzeitpflege, Palliative Care und die Kinderkrankenpflege in einem ausgewogenen Mass vermittelt. Gleichzeitig sind frühere «entweder-oder-Modelle» (Psychiatriepflege ODER Kinderkrankenpflege ODER allgemeine Krankenpflege) veraltet. Dieses Dilemma möchte ich in meinem Referat beleuchten, auch im Zusammenhang mit der «Agenda Grundversorgung 2040», die von BR Elisabeth Baume Schneider in Auftrag gegeben worden ist. In der Agenda wird ganz klar ein Akzent auf «Kinder und Jugendliche» gelegt.
Markus Stadler, IG Vernetzung von Theorie und Praxis in der pädiatrischen Pflege

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